Thema des Monats

Ein Kreislauf aus grüner Wiese
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Thema des Monats Februar:

Vom Ursprung zum Ursprung

Vom Ursprung zum Ursprung

 

Die Kreislaufwirschaft, auch Circular Economy genannt, gewinnt immer mehr an Bekanntheit. Mit ihrer Hilfe kann das Leben eines Produkts verlängert werden, indem es geteilt, wiederverwendet, optimiert, getauscht, repariert und umgebaut wird. Es bleibt so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf. So wird Abfall reduziert und viel Müll eingespart! Hat das Produkt sein Lebensende erreicht, wird es in seine Rohstoffe zerlegt und diese werden recycelt.

 

Vorteile der Kreislaufwirtschaft

Wir können mithilfe der Kreislaufwirtschaft sehr viele Abfälle vermeiden und Emissionen einsparen. Wusstet ihr, dass alleine die Produktion unserer Alltagsgegenstände 45 Prozent der CO2-Emissionen ausmacht? Indem wir mehr mit dem Kreislaufmodell arbeiten, üben wir weniger Druck auf die Umwelt aus und unsere Erde hat eine Verschnaufpause.

Die Idee besteht darin, Handelsketten zu schaffen, die keine (endlichen) Ressourcen verbrauchen. Dabei ist es wichtig, dass Produkte und Materialien immer einen hohen Nutzen bzw. Wert haben, damit sie behalten und nicht weggeworfen werden. So können sie oft wiederverwendet werden und im besten Fall fällt gar kein Müll an.

 

Modelle und Umsetzungen

Derzeit herrscht in den meisten Staaten das „Cradle to Grave“-Prinzip vor, was übesetzt „von der Wiege zur Bahre“ bedeutet. Dabei werden Rohstoffe der Erde entnommen und verarbeitet, woraus Produkte mit einer kurzen Lebensdauer entstehen. Diese landen anschließend schnell im Müll.


Cradle to Cradle

Michael Braungart und William McDonough verfolgen hingegen die Vision von „Cradle to Cradle“, was übersetzt so viel wie „von der Wiege zur Wiege“ bedeutet. Wusstet ihr, dass  Produkte aus vielen unterschiedlichen Stoffen hergestellt sind und deshalb auch Stoffgemische genannt werden? Diese Produkte erschweren ein ordentliches Recycling. Plastikflaschen bestehen beispielsweise aus unterschiedlichen Kunststoffen und eingesetzten Farbstoffen. Aktuell werden für die Produktion immer neue Ressourcen bezogen, die schlussendlich auf dem Müll landen. Kompostierbare Textilien, essbare Verpackungen, reine Kunststoffe oder Metalle, die unendlich oft für denselben Zweck verwendet werden können – das sollte die Zukunft sein. Hier setzt das „Cradle to Cradle“ Prinzip an: darunter wird ein perfekter Kreislauf verstanden, bei dem die eingesetzten Materialien am Ende nicht im Abfall landen. Dieses Konzept orientiert sich an der Natur, denn in dieser entstehen auch keine Abfälle. Weltweit sind heute schon über 2.000 Produkte auf dem Markt, die nach diesen Prinzipien zertifiziert und etabliert sind. Dazu zählen Bürostühle, Bezugsstoffe, Fliesen, Teppiche, Toilettenpapier, Shampoo, Reinigungsmittel und sogar technische Produkte wie Fernsehgeräte. Die „Cradle to Cradle“-Produkte aus organischen Bestandteilen landen nach der Nutzung auf dem Kompost. Sie werden von Beginn an so gestaltet, dass sie durch chemische oder mechanische Prozesse wiederverwertet werden können.

Wenn auch ihr Produkte konsumieren möchtet, die nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip zertifiziert sind, dann schaut doch mal bei Avocadostore vorbei und beobachtet die wachsende Vielfalt an unterschiedlichen Produkten. In Berlin gibt es sogar schon ein Haus, das nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip funktioniert: Das „C2C LAB“ ist die weltweit erste umfassende Sanierung nach den innovativen Kriterien von „Cradle to Cradle“. Es wird als Bildungszentrum, Reallabor und Head Office von NGOs genutzt.

 

Spiralwirtschaft

Die sogenannte „Spiralwirtschaft“ ist ein Teil der Kreislaufwirtschaft. Sie geht jedoch von beweglichen und komplexen Systemen aus und zielt darauf ab, dass Materialien oder Produkte aus einzelnen Branchen unter völlig anderen Rahmenbedingungen wiederverwendbar sind. Ein Beispiel hierfür sind gebrauchte Plastikflaschen oder Fischernetze, die als Rohmaterial für neue Bekleidung wie Jacken oder Sportmode dienen. Die Spiralwirtschaft sieht gebrauchte Produkte nicht als Teil eines geschlossenen Kreislaufs, sondern als eine Möglichkeit zur endlosen Zahl von Verwendungsmöglichkeiten. Es handelt sich quasi um eine“realistische“ und bewegliche Version der Kreislaufwirtschaft.

 

Und in Zukunft?
Die Kreislaufwirtschaft hat sich die Natur zum Vorbild genommen und orientiert sich an natürlichen Prozessen. Sämtliche Ressourcen werden wieder und wieder verwendet, der Kreis schließt sich, ohne, dass dabei Abfall entsteht. Dieses Prinzip zeigt, dass ein schönes und langfristiges Leben auf einer gesunden Erde möglich ist. Durch die Kreislaufwirtschaft können wir unsere Natur und unseren Planeten erhalten und müssen gleichzeitig auf nichts verzichten. Immer mehr Länder beginnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und es bei neuen Produkten zu verwenden – sei es beim Bau von Häusern, bei Kleidung, Elektrogeräten oder Möbeln.

Doch nicht nur wir, sondern auch Unternehmen können etwas tun. Das Start-up HOMIE bietet beispielsweise ein „Pay-per-Use“-Wäschepaket an. Dabei werden kostenlos Waschmaschinen im Haus installiert, inklusive Wartung und Reparatur, und die Kundinnnen und Kunden zahlen nur pro Waschgang. Außerdem könnten eigene Plattformen und Online-Märkte erstellt werden, um Podukte für ein weiteres Leben zu sammeln und weiterzureichen.

 

Gemeinsam können wir viel verändern!