Thema des Monats

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Thema des Monats Juni:

Putzlust oder Müllfrust

Putzlust oder Müllfrust

 

 

Für manch eine/n ist Putzen ein meditativer Akt, andere hingegen kostet das Putzen jedes Mal Überwindung. Fest steht jedoch: Für eine angenehme und hygienisch einwandfreie Wohnumgebung ist gründliches Putzen unerlässlich. Und gerade in Zeiten von Corona kann eine präventive Behandlung von Oberflächen durchaus nicht schaden – auch wenn die Art der Verbreitung des Virus zum derzeitigen Stand noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt wurde. Was jedoch ein entscheidender Faktor ist und gerne übersehen wird: Bei jedem Putzvorgang entsteht auch immer Abfall in Form von Verpackungsmüll und verbrauchter Reinigungsmittel.

 

Putzen und (Kunststoff-)Abfall

Beides, sowohl der vornehmlich aus Kunststoff bestehende Verpackungsmüll, wie auch weggeschüttete Reinigungsmittel, belasten durch ätherische Öle und giftige Chemikalien, sowie nicht abbaubares (Mikro-)Plastik unsere Umwelt und im Zweifel sogar die eigene Gesundheit. Deshalb gilt auch hier die Devise: Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht. Aus diesem Grund sind hier zwei einfache Tipps, wie man die Abfälle beim Putzen reduziert:

 

1. Die pragmatische Lösung: Konzentrierte Reinigungsmittel

Die meisten Reinigungsmittel und Spülmittel gibt es sowohl als Konzentrat wie auch in verdünnter Form. Hierbei ist die konzentrierte Variante stets vorzuziehen, da man mit der gleichen Menge an Verpackung ein Vielfaches an Reinigungs- bzw. Spülmittel erhält. Hinzu kommt, dass viele Hersteller die empfohlene Dosierung zu üppig angeben, als eigentlich erforderlich. Hier zeigen Praxiserfahrungen, dass in den meisten Fällen geringere Dosierungen bereits völlig ausreichen, um Flächen und Geschirr hygienisch zu säubern. Es gilt die Regel „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“– das spart nicht nur Abfall, sondern schont auch den Geldbeutel. Wer darüber hinaus der Umwelt etwas Gutes tun möchte, kann beim Kaufen von Reinigern auf Labels wie den Blauen Engel oder das EU Ecolabel achten.

 

2. Die DIY-Lösung: Reinigungsmittel selbst herstellen

Mikroplastik ist ein ernstzunehmendes Problem, das mittlerweile fast überall auftaucht. In Zahnpasta, vielen Kosmetikartikeln und eben in Reinigungsmitteln. Einer NABU-Studie zufolge gelangen jährlich allein in Deutschland rund 55 Tonnen Mikroplastik aus Wasch- Putz- und Reinigungsmitteln in Abwässer, die dort nicht oder nur teilweise herausgefiltert werden können und somit größtenteils in unsere Gewässer und den natürlichen Wasserkreislauf gelangen. Da Mikroplastik (Stand heute) nicht kennzeichnungspflichtig ist, tappt man oft im Dunkeln, bei welchem Produkt es nun verwendet wird. Wer ganz sicher gehen möchte, stellt daher seine Reinigungs- und Putzmittel selbst her. Das reduziert nicht nur Mikroplastik-Abfälle, sondern verringert auch die Menge an Chemikalien, die ins Abwasser gelangt.

 

Herstellung von Reinigungsmitteln

Um Reinigungsmittel selbst herzustellen, benötigt man nur ein paar grundlegende Hausmittel:

 

• So eignet sich etwa Gallseife als Fleckenentferner bei Fett-, Stärke-, Blut-, Obst- und Eiweißflecken. Oft erhältlich im ganzen Stück, umgeht man hier auch meist unnötigen Plastikmüll.
• Mit Zitronensäure lassen sich Kalkrückstände auf Oberflächen in Bad und Küche entfernen. Sie ist darüber hinaus auch als Entkalker für Wasserkocher und Kaffeemaschinen (unbedingt die Bedienungsanleitung zu Rate ziehen) geeignet. Das Pulver ist oftmals in Papier- oder Pappverpackung erhältlich, wodurch man auch hier Kunststoffabfall vermeidet.
Soda: In Kombination mit Essig ist es ein höchst effektives Reinigungsmittel für verstopfte Abflüsse und angebrannte Töpfe. Zusammen mit Natron und Zitronensäure lässt sich Spülmittel herstellen. Und sogar Waschpulver in Verbindung mit Kernseife und Zitronensäure kann man damit selber machen. Zu beachten ist jedoch, dass auf jeden Fall die Variante in Pulverform (Papierverpackung) der Flüssigvariante (Kunststoffflasche) vorzuziehen ist.

 

Hier noch ein kleiner Tipp: Lieber mehrmals verwendbare Stofftücher und -Lappen nutzen statt Einwegprodukte aus Papier oder Kunstfasern. Diese kann man nach dem Putzen waschen und unzählige Male wiederverwenden. Auch alte T-Shirts eignen sich für diesen Zweck hervorragend. Und wer darüber hinaus nicht nur Abfall vermeiden möchte, sondern auch generell Wert auf ökologisch einwandfreies Putzen legt, kann sich auf den Seiten vom Bundesumweltministerium genauer informieren:

BMU – umweltfreundlicher Frühjahrsputz mit dem Blauen Engel